Dienstag, 28. April 2009Schweiz im Jahr 2008 zweitgrösster Pro-Kopf-WaffenexporteurGemäss den gestern vom renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI veröffentlichten Zahlen war die Schweiz im Jahr 2008 das Land, welches weltweit am zweitmeisten Kriegsmaterial pro Einwohner exportierte. Im Vorjahr lag die Schweiz noch auf dem Rang 6. Vorallem die Zunahme der Exporte nach Pakistan, aber auch in Länder wie Rumänien und Singapur sorgten für den traurigen Sprung nach vorne. Auf der globalen Ebene macht SIPRI insbesondere auf den markanten Anstieg der Exporte in den Nahen Osten aufmerksam. Innerhalb weniger Jahre sind die Waffenverkäufe in diese Region um 38 Prozent angestiegen. Diese und eine Fülle weiterer Daten über den weltweiten Waffenhandel finden sich hier. Mittwoch, 15. April 2009Kick-Off Event Abstimmungskampagne Kriegsmaterial-Initiative - 19. April2007 hat die GSoA die Volksinitiative "Für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten" eingereicht. Diese Initiative könnte schon im November dieses Jahres zur Abstimmung kommen. Zeit, um eine gute Kampagne zu planen! Den Start dieser Kampagne könnt ihr live miterleben. Wir laden euch herzlich ein, diesen Sonntag, 19. April im Restaurant Kreuz in Solothurn am Kick-Off Event, der im Rahmen der alljährlichen GSoA-Vollversammlung stattfinden wird, teilzunehmen. Eine Wegbeschreibung findet ihr hier. Wir wollen mit dieser Initiative das blutige Geschäft mit dem Tod stoppen. Wir wollen eine konsequente Aussen- und Sicherheitspolitik, die dem Frieden und den Menschrechten verpflichtet ist. Das bedeutet, dass die Schweiz aufhören muss, mit Kriegsmaterial-Exporten die Konflikte dieser Welt anzuheizen. Programm der der Vollversammlung:
Freitag, 4. April 2008Pilatus will Militärflugzeuge nach China exportierenGestern hat der Bundesrat vorgeschlagen, dass Pilatus-Flugzeuge nicht mehr in Kriegsgebiete exportiert werden dürfen oder in Länder, in denen sie gegen Zivilisten eingesetzt werden. Der Chef von Pilatus reagierte darauf mit Ärger. Im 10vor10 von gestern gab der Chef von Pilatus, Oskar Schwenk, folgendes zu Protokoll: "Mit China sind wir seit längerem im Gespräch. Wir möchten Flugzeuge dorthin liefern. Aber wenn ich jetzt höre, dass man mit einem Land, das auf die eigenen Leute losgeht, keinen Vertrag abschliessen darf - dann ist China bereits ausgeschlossen wegen dem Tibet-Fall." Es wird spannend werden zu sehen, wie Pilatus es vor der Schweizer Öffentlichkeit rechtfertigen will, die Diktatur in China mit Flugzeugen zu beliefern, welche danach verwendet werden, um tibetanische Mönche zusammenzuschiessen - genauso wie die Pilatusflugzeuge in Burma gegen die buddhistischen Mönche, im Irak gegen die kurdische Zivilbevölkerung und in Mexiko gegen Bauerndörfer eingesetzt wurden, um nur einige wenige Besipiele zu nennen. Falls es für Pilatus ein ernsthaftes Problem sein sollte, wenn sie ihre Militärflugzeuge nicht mehr in Kriegsgebiete liefern dürfen, hat die Firma ein eindeutiges Führungsproblem. Und sollten schlussendlich tatsächlich Aufstandsbekämpfungs-Flugzeuge von Pilatus nach China verkauft werden, wäre dies der endgültige Bankrott einer von Menschenrechten und Solidarität geleiteteten Aussenpolitik der Schweiz. Freitag, 9. März 2007Rüstungsgeschäfte und KorruptionAuch Pilatus in Al-Yamamah-Deal verwickelt Der Handel mit Kriegsmaterial und Korruption gehen Hand in Hand. Das zeigt der grösste Bestechungsskandal der jüngeren Geschichte, in den auch die Schweiz tief verstrickt ist. Am 15. Dezember des vergangenen Jahres hat die britische Regierung entschieden, die Untersuchungen über den sogenannten Al Yamamah-Deal «aus Gründen der nationalen Sicherheit» einzustellen. Dieses Geschäft zwischen dem saudischen Königreich und der englischen Rüstungsfirma BAE Systems umfasste die Lieferung und den Unterhalt von Kampfjets im Wert von unglaublichen 84 Milliarden Dollar. (Zum Vergleich: Das ist etwa doppelt soviel wie die Eidgenossenschaft pro Jahr insgesamt ausgibt.) Im Geschäft enthalten waren laut der Londoner Times auch mehrere Pilatus-Flugzeuge. Nach rund zwei Jahren Nachforschungen - waren Scotland Yard und das «Serious Fraud Office» zur Einsicht gelangt, dass bei der Einfädlung des Deals massive Schmiergeldzahlungen geflossen sind. Teilweise wurden die Gelder auf Genfer und Zürcher Bankkonten überwiesen, einen anderen Teil liess BAE den saudischen Waffenkäufern angeblich in Form von Prostituierten-Diensten zukommen. "Rüstungsgeschäfte und Korruption" vollständig lesen Freitag, 22. September 2006Tschad: Waffen statt EntwicklungEs hätte ein Modellprojekt sein sollen für eine neue Herangehensweise in der Entwicklungszusammenarbeit - nun ist es ein Musterbeispiel dafür, dass Waffenlieferungen und wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung fundamentale Gegensätze sind. "Tschad: Waffen statt Entwicklung" vollständig lesen Donnerstag, 20. Juli 2006Schweizer Waffen im Libanon?Bisher starben bei den Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hizbollah rund 300 Menschen, die allermeisten von ihnen Zivilpersonen. Hunderttausende Menschen im Libanon wurden zur Flucht gezwungen, darunter auch viele SchweizerInnen. Noch immer ist kein Ende der Kämpfe in Sicht. Unterdessen wird die Frage nach der Rolle der Schweiz in diesem Konflikt immer lauter. Während das Aussenministerium die Konfliktparteien zur Mässigung und zu einem Waffenstillstand auffordert, ist kein Stopp der Kriegsmaterial-Ausfuhren oder der Rüstungszusammenarbeit mit den beteiligten Staaten in Sicht. Dabei ist Verwicklung der Schweiz auf diesem Gebiet schon seit langem höchst umstritten. Zwei Beispiele:
Freitag, 14. Juli 2006Gewaltspirale im Nahen OstenDie erschreckenden Ergeignisse der vergangenen Tage und Stunden haben einmal mehr vor Augen geführt, wie explosiv die Situation im Nahen Osten ist. Obwohl die Region schon seit Jahrzehnten einem Pulverfass gleicht, haben Schweizer Rüstungsfirmen seit 1970 Waffen im Wert von 1.8 Milliarden in den Nahen Osten verkauft. Dazu kommen illegale Lieferungen in unbekannter Höhe (beispielsweise im Rahmen des Oerlikon Bührle-Skandals), die nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen. Auch im Moment sind verschiedene Kriegsmaterial-Geschäfte mit Staaten in der Krisenregion geplant oder im Gange, darunter der Verkauf von Kanonen im Wert von mehreren hundert Millionen Franken an Saudi-Arabien, eine Waffenlieferung ans autoritäre Mubarak-Regime in Ägypten und neue Geschäfte mit den Vereinigen Arabischen Emiraten. Mit Israel wird eine intensive Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Waffensystemen, beispielsweise von Drohnen oder Cluster-Munition, betrieben. Diese Waffenexporte und Rüstungszusammenarbeit würden bei einer Annahme der Initiative endlich aufhören. Je früher dies geschieht, desto besser. Dienstag, 4. Juli 2006Neue Rüstungsdeals mit dem Nahen OstenIn den vergangenen Tagen sorgten gleich mehrere umstrittene Kriegsmaterial-Exporte in Länder des Nahen Ostes für Schlagzeilen. Am Montag deckte der Tagesanzeiger auf, dass der Bundesrat Waffenexporte in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wieder zulassen will. Die Ausfuhren in den Golf-Staat waren im vergangenen Jahr gestoppt worden, nachdem Schweizer Panzerhaubitzen in Marokko aufgetaucht waren, welche ursprünglich an die VAE verkauft worden waren. Damit hatten die Emirate offensichtlich gegen das Endnutzer-Abkommen verstossen, welches beim Verkauf unterzeichnet wurde. Schon zuvor wollten die VAE ausgediente Schweizer Schützenpanzer aufkaufen, um sie nachher in den Irak weiterzuschicken. Die VAE verhandeln seit längerer Zeit mit einer Zürcher Handelsfirma über die Lieferung von Schweizer Kriegsgerät (RUAG-Panzerfäuste) im Wert von 100 Millionen Franken. Mit dem Entscheid des Bundesrates ist dieser Deal wieder möglich. Schon am vergangenen Samstag erklärte Arthur Senn, Direktor des Schweizer Rüstungskonzerns Oerlikon Contraves, in einem Interview im Landboten, sein Unternehmen stehe mit Saudi-Arabien in Verhandlungen für einen Rüstungsdeal "von einigen hundert Millionen Franken". Im Länderbericht 2006 schreibt Amnesty International, dass sich die ohnehin schon düstere Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien weiter verschlimmert habe. Die neuerlichen Beispiele zeigen, wie unverfroren die Schweizer Industrie und die Behörden bereit sind, Waffen in das Pulverfass Nahost zu liefern. Die Beispiele zeigen aber auch, wie dringend ein endgültiges Verbot von Kriegsmaterial-Exporten und wie nötig deshalb die Volksinitiative ist.
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