Schweizer Kriegsmaterial- und Rüstungs-Exporte

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Kleinwaffen für Khalifa bin Zayids Königsgarde

Güterkategorie: Kriegsmaterial

Zwischen 2015 und 2018 wurden mindestens neun Maschinenpistolen und mindestens fünf Pistolen aus der Schweiz an die königliche Garde der Vereinigten Arabischen Emirate geliefert. Das SECO bestätigte die Ausfuhren. Die Lieferungen wurden 2018 im Zusammenhang mit der Beteiligung der Emirate am Jemenkrieg öffentlich diskutiert. Weitere im gleichen Zeitraum ausgeführte Kleinwaffen gingen an private Empfänger und werden nicht der Garde zugerechnet.

Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision

Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte die Vereinigten Arabischen Emirate durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für die Vereinigten Arabischen Emirate einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als möglicher Drittstaat kommen die USA in Betracht, die gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen an die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert haben (9’818 Mio. TIV).

Länder

Konflikte

Zeitraum

2015–2018

Quellen

  • SonntagsZeitung, 04.11.2018, S. 7: Nationalräte fordern Waffenexport-Stopp (Adrian Schmid)
  • Berner Zeitung online, 04.11.2018: Schweizer Export von Kriegsmaterial in die Golfregion nimmt stark zu (Adrian Schmid)
  • 20 Minuten online, 04.11.2018: Schweiz liefert Kampfjet-Teile ins Krisengebiet
  • Blick.ch, 26.02.2019: Waffen für zehn Millionen an die Emiratis (Sermin Faki und Ruedi Studer)