Schweizer Kriegsmaterial- und Rüstungs-Exporte

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Mowag-Panzer im Einsatz in Rios Favelas

Güterkategorie: Kriegsmaterial

Mowag Piranha II 8×8, Schweizer Armee, 17.06.2016. FFA P-16 / Wikimedia Commons (Eigenaufnahme). Via Wikimedia Commons. Illustration der Piranha-Familie; Version und Fahrzeug sind nicht der konkreten Lieferung zugeordnet. Lizenzprüfung: 2026-09-26.
Mowag Piranha II 8×8, Schweizer Armee, 17.06.2016.

CC BY-SA 4.0

Für die brasilianische UN-Mission in Haiti exportierte Mowag-Piranha wurden später in den Favelas von Rio de Janeiro eingesetzt. 2015 wurde Vitor Borges durch Schüsse aus einem solchen Fahrzeug schwer verletzt; er erlitt eine Amputation und eine Querschnittlähmung. Lighthouse Reports dokumentiert auch die Operation São Francisco 2014–2015 mit 15 Getöteten, darunter Jefferson Rodrigues. Schweizer Endverbleibskontrollen 2014 und 2019 beanstandeten die Verwendung nicht. 2020 tötete die Polizei landesweit in Brasilien 6’416 Menschen; 1’245 davon entfielen auf den Bundesstaat Rio de Janeiro. Bei einer Endverbleibskontrolle 2014 konnten laut dem 2018 veröffentlichten EFK-Bericht nur elf von 26 Piranha-Panzern verifiziert werden.

Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision

Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte Brasilien durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für Brasilien einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als möglicher Drittstaat kommt Frankreich in Betracht, das gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen an Brasilien geliefert hat (1’475 Mio. TIV).

Länder

Konflikte

Unternehmen

Zeitraum

2015

Quellen