Panzerhaubitzen über die Emirate an Mohammed VI.
Güterkategorie: Kriegsmaterial

Public Domain (weltweite Freigabe durch Urheber)
Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision
Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko oder Bolivien durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und Bolivien einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als Drittstaaten könnten zum Beispiel die folgenden Staaten dienen, die gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen geliefert haben: Vereinigte Arabische Emirate: USA (9’818 Mio. TIV); Marokko: USA (3’066 Mio. TIV); Bolivien: Frankreich (96 Mio. TIV). Die Ukraine könnte weiterhin weder direkt noch indirekt beliefert werden.
Länder
Zeitraum
Lieferungen und Ablehnungen 2004; Aufdeckung 2005
Quellen
- SWI swissinfo: Schweiz hebt Kriegsmaterial-Exportstopp auf, 03.07.2006
- GPK-N, 07.11.2006: Vollzug der Kriegsmaterialgesetzgebung, PDF S. 4, 12–13 und 15–17
- Beobachter, 23.12.2005, S. 42: Die Ruag treibts bunt
- Tages-Anzeiger, 01.09.2005, S. 2: Neue Affäre mit Panzerexporten (Bruno Vanoni)
- Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2006, S. 14: Wieder Rüstungsexporte in die Emirate (ap)
- Neue Luzerner Zeitung, 05.07.2006, S. 7: Wieder Zoff wegen Panzerdeal (Jürg Auf der Maur)
- SonntagsZeitung, 03.11.2013, S. 13: Handlanger der Schurkenstaaten (Benno Tuchschmid und Balz Spörri; Illustration Mario Wagner)
- Aargauer Zeitung / MLZ, 06.07.2012, S. 4: Kritik an Handgranaten-Deal (sda)
- Der Bund, 04.07.2006, S. 7: Exportstopp aufgehoben (ap/sda)
- Neue Luzerner Zeitung, 12.08.2006, S. 4: Neue Exporte, neue Empörung (Dominik Buholzer)
- Basler Zeitung, 12.08.2006, S. 7: Kriegsmaterial wird wieder in die Emirate exportiert (sda)
- SonntagsZeitung, 16.07.2017, S. 5: Schweiz kontrolliert Waffenexporte – aber mit Einschränkungen (Christian Brönnimann)
- SonntagsZeitung, 08.07.2012, S. 13: Mit Allah und Schweizer Waffen (Haupttext ohne Autorenangabe; Interview: M. Spieler)
- SWI swissinfo.ch, 15.11.2009: Esportazioni militari, una storia di scandali (Carole Wälti; italienische Übersetzung: Sonia Fenazzi)
- La Liberté, 26.10.2009, S. 8: Exportation d’armes — Les couacs de l’histoire suisse (Samuel Jordan; mit Interview Simon Plüss)
- Le Matin Dimanche, 08.07.2012, S. 7 (lm7): Les grenades suisses exportées suivent des chemins tortueux (Im TXT nicht genannt)